Bei diesen Merkmalen auf COPD untersuchen
Eine COPD sollte immer bei Patient*innen in Erwägung gezogen werden, die unter mindestens einem der folgenden Symptomen leiden und/oder mindestens einen Risikofaktor in der Vorgeschichte haben1:

COPD-Diagnose bei FEV1/FVC < 0,7
Das Vorhandensein mehrerer Schlüsselindikatoren erhöht die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer COPD. Um eine COPD-Diagnose zu stellen, ist in jedem Fall der Nachweis einer nicht vollständigen Atemwegsobstruktion mittels Spirometrie erforderlich. Bei einem post-bronchodilatatorischem Tiffeneau-Index (FEV1/FVC) von < 0,7 ist die COPD-Diagnose bestätigt.1
Gemäß dem GOLD-Update 2024 kann bei symptomatischen Patient*innen auch die prä-Bronchodilatator-Spirometrie als erster Test auf eine Atemwegsobstruktion verwendet werden.1 Zeigt die prä-Bronchodilatator-Spirometrie keine Obstruktion, ist eine post-Bronchodilatator-Spirometrie nicht erforderlich.1 Eine Ausnahme besteht bei sehr starkem klinischem Verdacht auf COPD. In diesem Fall kann die post-Bronchodilatator-Spirometrie trotzdem ein FEV1/FVC < 0,7 ergeben.1
Bei Personen mit einem FEV1/FVC-Verhältnis < 0,7 prä-Bronchodilatation, bei denen das Verhältnis post-bronchodilatatorisch auf ≥ 0,7 ansteigt, besteht nachweislich ein erhöhtes Risiko für die weitere Entwicklung einer COPD, so dass sie genau beobachtet werden sollten.1

Symptome, aber FEV1/FVC ≥ 0,7? Weiter beobachten!
Auch bei einem Tiffeneau-Index von ≥ 0,7 post-Bronchodilatation sollten andere Auffälligkeiten, z. B. Emphysem, geringes FEV1, schneller FEV1-Verlust oder eine Obstruktion in der Spirometrie, nicht ignoriert werden. Diese sind Anzeichen der möglichen COPD-Vorstufen Pre-COPD oder PRISm (preserved ratio but impaired spirometry).1 Patient*innen mit Pre-COPD bzw. PRISm haben ein erhöhtes Risiko, im weiteren Verlauf eine COPD zu entwickeln und sollten daher weiter beobachtet und auch behandelt werden. Bisher gibt es allerdings noch keine Evidenz zu geeigneten Therapiestrategien für diese Patient*innen.1
Komorbiditäten unbedingt mitdenken
Patient*innen mit COPD leiden häufig an anderen Begleiterkrankungen, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Skelettmuskelfunktionsstörungen, metabolisches Syndrom, Osteoporose, Depression, Angstzuständen und Lungenkrebs.1 Diese Komorbiditäten beeinflussen unabhängig vom Grad der COPD den Gesundheitszustand, Krankenhausaufenthalte und die Sterblichkeit.1 Daher sollten diese Komorbiditäten bei COPD-Diagnose gezielt gesucht und, wenn vorhanden, angemessen behandelt werden.1 Die Zusammenarbeit mit anderen Fachärzt*innen, z.B. aus der Kardiologie, unterstützt daher die optimale Versorgung von COPD-Patient*innen.
Nach der COPD-Diagnose die initiale Therapie einleiten
Glossar
FVC: forcierte Vitalkapazität
mMRC: Modified Medical Research Council
Referenzen
- Global Strategy for the Diagnosis, Management and Prevention of COPD, Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) Report 2024. https://goldcopd.org/2024-gold-report/ (letzter Aufruf August 2024).

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